Haus Esselt

Otto-Pankok-Museum
Heimat und Zuhause

Haus Esselt

EinOrt der Begegnung

Auf dem ehemaligen Gut Esselt in der Gemeine Hünxe setzte sich Otto Pankok im Alter zur Ruhe – ohne ruhig zu werden. Fernab von aller städtischen Betriebsamkeit der Menschen zog er sich aufs Land zurück, blieb ihnen aber weiterhin nahe. Nach dem Tod Otto Pankoks 1966 besuchten viele Menschen, Freunde von Otto Pankok und seiner Kunst Haus Esselt, um seine Bilder zu sehen. Da kam Hulda und Eva Pankok der Gedanke, das Wirtschaftsgebäude ausbauen zu lassen und dort die vielen Kohlezeichnungen, Druckgrafiken und Bronzen für alle interessierten Besucher zugänglich zu machen. Diese Idee setzten sie sofort in die Tat um und so entstand das Otto-Pankok-Museum, das bereits 1968 eröffnet werden konnte. Die gleichzeitig gegründete Otto-Pankok-Gesellschaft half seit Beginn das Werk Otto Pankoks zu schützen, zu erhalten und zu verbreiten.

Heimat

„… in Düsseldorf saßen wir beim Kaffee im Wohnzimmer, als das Telefon klingelte. Meine Mutter lief in den Flur, wo das Telefon hing, und rief kurz darauf: „Da ist Eva Brinkmann. (Sie war eine Bildhauerin aus Wesel und eine Jugendfreundin meiner Mutter.) Sie sagt, bei Wesel gäbe es ein altes Herrenhaus, Haus Esselt, das könnten wir vielleicht erwerben.“ Mein Vater sah mich an und rief laut: „Ist gekauft.« Meine Mutter entgegnete: ,,Du bist nicht gescheit, wir haben es doch noch gar nicht gesehen.“ – Mein Vater hatte es 1926 schon gesehen, als er in Drevenack gearbeitet hatte. – Er sagte: „Das ist so schön, das können wir, ohne es anzusehen, kaufen.“

So kamen wir nach Haus Esselt. Wir fuhren alle drei hin und standen vor dem schönen alten Herrenhaus, und dahinter am Waldrand konnte man auch Brombeeren pflücken – wie es mein Vater versprochen hatte. Es gab viel zu tun, denn wir versetzten das Haus in seinen alten Zustand zurück“

(Informationen und Auszug aus der Droste-Biografie
Eva Pankok „Mein Leben“)

Museum

Neben dem Wohnhaus liegt das ehemalige Wirtschaftsgebäude, in dem sich heute das Otto-Pankok-Museum und auch das Archiv befinden. Hier wird spürbar, mit welchem Engagement die beteiligten Akteure ans Werk gingen und gehen; der Künstler, der diese kraftvollen Bilder geschaffen hat, seine Frau und seine Tochter, die das Museum aufgebaut und geführt haben.

Als ihre besondere Aufgabe betrachtet es die Gesellschaft, die Arbeit im Museum und im Archiv zu unterstützen. Der eingetragene Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Im Geist und im Sinne Otto Pankoks weiß sich die Gesellschaft auch zur Auseinandersetzung mit entscheidenden Fragen der Kunst und der Zeit verpflichtet. Namhafte Referenten, die sie zu den Ausstellungseröffnungen einlädt, leisten hierzu wertvolle Beiträge.

Zu Gast waren u. a.: Ralph Gjordano (Schriftsteller, Publizist), Günter Grass (Schriftsteller, Grafiker), Nikolaus Schneider (Vorsitzender des Rates der EKD), Roswitha Dasch (Violine, Gesang), Katharina Müther (Akkordeon, Gesang), Ferenc Snetberger (Gitarre, Kompositionen), lsabel von Jakubowski und Julia Moguer Mayo (Piano).
Günter Grass​
Ralph Gjordano

Sanierung
und Erweiterung

Das Otto-Pankok-Museum in der großen Scheune wird zurzeit für Sie saniert, erweitert und komplett neu gestaltet. Neueröffnung ist im Frühjahr 2022.

Otto-Pankok-Museum / Scheune

Museum in der großen Scheune

Otto Pankok Haus Esselt Drucker

Druck-Erstellung – Otto-Pankok-Museum, Haus Esselt

Fürsprache für Minderheiten

Das Museum präsentiert immer einen Ausschnitt und inhaltlichen Querschnitt aus dem zeichnerischen, druckgrafischen und bildhauerischen Schaffen des Künstlers. Da Otto Pankok in seinem Werk und Lebenskonzept stets Fürsprache für Minderheiten der Gesellschaft gehalten hat, ist einer der Ausstellungsräume ständig der bildhaften Darstellung von Sinti und Roma und Juden vorbehalten.

Otto Pankok "Zigeuner"

Ausstellungen

zum Werk von Otto Pankok

Otto Pankoks Werk – seine Kohlezeichnungen, Druckgrafiken und Bronzen – kommt in ganz Deutschland und im grenznahen Ausland zur Ausstellung. Museen, Galerien, Kirchen und Kulturzentren u. a. nehmen es in unterschiedlichsten Kombinationen in ihr Programm auf.

Die Verantwortlichen von Haus Esselt haben sich die Aufgabe gestellt durch

  • ein ausführliches, thematisch, organisatorisch und gestalterisch richtungsweisendes Erstgespräch mit den Ausstellern
  • deren persönliche Auswahl der Exponate nach Sichtung des Fundus im Archiv des Hauses
  • die Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme für alle Detailfragen
  • die Besichtigung des Ausstellungsortes und der Räumlichkeiten
  • konkrete Absprachen (z. B. Termine, Transport etc.)
  • gemeinsame Planung der Ausstellungseröffnung eine möglichst optimale Begleitung einer jeden Ausstellung bei Beachtung aller individuellen Wünsche von der Planung bis zur Durchflihrung zu gewährleisten.

Außerschulischer Lernort

Ein Herzstück innerhalb der Museumsarbeit ist das pädagogische Programm für Kinder und Jugendliche. Junge Menschen entdecken, begreifen, erleben und schaffen Kunst im Museum. Die pädagogischen Ziele orientieren sich an dem Kunstverständnis und der humanistischen Lebensphilosophie von Otto Pankok und verfolgen gleichzeitig einen eigenständigen erzieherischen Auftrag der Museumsarbeit.

Für Schulklassen aller Altersstufen wurde ein pädagogisches Programm entwickelt, das jungen Menschen die Möglichkeit des Entdeckens, Erlebens und eigenen Schaffens von Kunst im Museum gibt.
Auf Wunsch kann dieses Programm unter pädagogischer Leitung durchgeführt werden.

Wichtig ist uns

Mut zu machen, eigene Fähigkeiten neu zu entdecken

  • Räume für ein kreatives Schaffen miteinander zu öffnen
  • Freude am schöpferischen Gestalten zu vermitteln und anzuregen, eigene Wege zu gehen
  • die Akzeptanz anderer Kulturen und deren Lebensweisen zu vertiefen gewaltloses Handeln zu unterstüzen
  • Die Bereitschaft für das Verständnis und die Unterstützung von Minderheiten und Unterdrückten zu fördern.

Pädagogisches Programm

Zur praktischen Arbeit für Gruppen und Schulklassen bieten wir in Absprache mit den verantwortlichen Begleitern ein variables, spiralförmig entwickeltes Programm, das für alle Altersstufen geeignet ist. Im Einzelnen beinhaltet dieses:

Otto-Pankok-Gesellschaft, Haus Esselt, 1959, Holzschnitt 54 x 42 cm
Haus Esselt, 1959
Holzschnitt 54 x 42 cm
  • Pädagogische Handreichungen zur Vorbereitung des Museumsbesuchs
  • Altersgemäße Informationen über Leben und Werk Otto Pankoks
  • Fragebögen zu oben genannten Informationen und der Ausstellung im Museum
  • Betrachtung und Analyse der Werke Otto Pankoks
  • Informat ionen über verschiedene Techniken in Schwarz-Weiß (Bleistift, Kohle, Linol- und Holzschnitt)
  • Zeichnen vor Ort (nach Vorlage, frei, in der Natur wie Otto Pankok – auf Wunsch auch unter pädagogischer Anleitung)
  • Freiräume für andere Aktivitäten (z. B. Naturerkundungen, Bewegungsspiele, Picknick)
  • Fächerübergreifende Projekte (z. B. zu Geschichte und Religion)
  • Friedensarbeit, künstlerisch umgesetzt.

Ein Ausflug

ins Otto-Pankok-Museum vermag einen motivierenden Akzent im künstlerisch-musischen Feld eines jeden Schulprogramms zu setzen, durch den Erkenntnisse der Museumspädagogik Realisierung finden, ohne dass die Zielgruppen diese als „Unterricht“ empfinden.

Während die „Kleinen“ sich dort nach einer kurzen Einführung in die Technik der Kohlezeichnung sofort daran begeben, ihre eigenen künstlerischen Fähigkeiten neu zu ergründen, versuchen Jugendliche auf unterschiedlichsten Wegen, das Werk des Künstlers zu verstehen. Auf dem Hintergrund des sozialkritischen Engagements von Otto Pankok finden sie aus verschiedensten Blickwinkeln einen individuellen Zugang zu seinen Arbeiten. Seine solidarische Haltung gegenüber Minderheiten der Gesellschaft bietet Anlass zu Diskussionen über den Nationalsozialismus, aber auch über die Dissonanzen des heutigen Zeitgeschehens. Sie fordert Jugendliche zu selbstkritischer Wachsamkeit und eigener Stellungnahme auf. So erfährt das Werk von Otto Pankok durch seine vielflältige lnhaltlichkeit und künstlerische Ausdruckskraft bei ihnen eine hohe Wertschätzung.

Dieses Projekt greift in seiner Gesamtgestaltung Ideen der Erlebnispädagogik auf und bildet darum für junge Menschen einen lehrreichen und alle Sinne ansprechenden Tag, der viel Freude bereiten kann.


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Otto-Pankok-Gesellschaft e. V.

Otto-Pankok-Weg 4
Haus Esselt
46569 Hünxe-Drevenack

Kontakt

Telefon: 0 28 56-754
E-Mail: kontakt@pankok.de

Öffnungszeiten Museum

Das Museum befindet sich im Umbau. Es wird im Frühjahr 2022 wieder eröffnet.