|
Nach dem Rückzug aus dem Ey-Kreis, kehrt Pankok zu seinen bevorzugten Themen zurück: Mensch, Tier und Landschaft in ihrer Ursprünglichkeit. 1924 und 1925 besucht er in Italien den Maler Werner Gilles (1894 - 1961), seinen Mülheimer Schulfreund, und entdeckt die Schönheit der südländischen Natur. Bis zu seinem Tod wird ihn der Süden immer wieder zu Inspirationsreisen locken. 1924 beginnt Pankok für die Düsseldorfer Tageszeitung "Der Mittag" Portraits prominenter Persönlichkeiten zu zeichnen. Es sind darunter Maler und Schriftsteller der Gegenwart oder auch der Vergangenheit, zu denen er einen persönlichen Bezug hat, ob Bewunderung oder Kritik. Bis 1938 veröffentlicht er hier unzählige Skizzen. 1926 nimmt er an der "Großen Kunstausstellung Düsseldorf 1926" teil, die anlässlich der GESOLEI im neuen Kunstpalast gezeigt wird. Ebenfalls 1926 und 1927 beteiligt er sich an den Ausstellungen des erneuten "Jungen Rheinlands" in Essen und Düsseldorf. Gelegentlich lebt und arbeitet er wieder in abgeschiedener ländlicher Umgebung, so 1926 und 1928 in Drevenack bei Wesel, das Ende seines Lebens der Wohnsitz seiner Familie wird. 1928 nimmt Pankok an der Ausstellung "Deutsche Kunst Düsseldorf 1928" teil und erhält die silberne Medaille der Stadt. Er ist Mitbegründer der "Rheinischen Sezession", die ab 1928 als Dachorganisation verschiedener Künstlergruppen die Zersplitterung der Kunstszene zu verhindern versucht. Zehn Jahre später wird sie von den Nazis aufgelöst. 1929 reist Pankok zusammen mit seiner Frau nach Spanien und findet in einem kargen katalanischen Dorf namens Cadaqués die Subjekte zu seinem Zyklus: Die spanischen Modelle. Es ist die Rückkehr Pankoks zu großformatigen Kohlezeichnungen, malerischer Lichtgebung und "wuchtigen Konturen". Der expressionistische Exkurs ist endgültig abgeschlossen. Im gleichen Jahr ist Pankok Mitbegründer der Ortsgruppe Düsseldorf der "Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschlands" (ASSO), die seit 1928 in Berlin agiert und der KPD nahe steht. 1931 reist er nach Südfrankreich und sieht in Saintes Marie de la Mer ein Fest der Zigeuner, das ihn sehr beeindruckt. Nach seiner Rückkehr in Düsseldorf erfährt er, dass es am Rande der Stadt eine Obdach- und Arbeitslosensiedlung gibt, Heinefeld, in die auch Sinti, deutsche Zigeuner, eingezogen sind. Er richtet sich ein Atelier im Heinefeld ein und wird sehr schnell von den Zigeunern akzeptiert. Sie nennen ihn ihr "Molari" (Maler in ihrer Sprache). Im Januar 1932 stellt er in der Kunsthalle Düsseldorf unter dem Titel "Zigeuner" Bilder aus dem Heinefeld aus. |
|