Schon als 12jähriger hat Otto Pankok ein erstes Atelier. Die Eltern, die seine künstlerische Begabung früh erkennen und unterstützen, lassen im Garten ihres Hauses ein stattliches Blockhaus zu diesem Zwecke bauen. Pankoks Zeichnungen aus der Zeit zeigen Familienmitglieder, Patienten aus der Arztpraxis seines Vaters, Bewohner von Saarn, die Insassen eines Altersheim und die Landschaften der Gegend. Es sind überwiegend Kohlezeichnungen, anatomisch und physiognomisch präzise, fast akademisch. Nach anfänglichen Versuchen in Farbe zu arbeiten, entscheidet sich Pankok für die schlichte Schwarz-Weiß Darstellung, der er sein ganzes Leben treu bleiben wird. Thematisch lässt sich bereits jetzt sein späteres künstlerisches Engagement für die sozial schwachen Gesellschaftsschichten erkennen, sein Mitgefühl für das Schicksal der Ausgestoßenen.

1909 reist er erstmals nach Holland und besucht in Dordrecht eine Vincent van Gogh Ausstellung mit Werken aus der Brabanter Zeit
des holländischen Künstlers. Pankok beschreibt diese für seine Entwicklung entscheidende Begegnung in seinem autobiographischen Buch "Stern und Blume".

1912 besucht er die Kunstakademie in Düsseldorf, die er nach nur sechs Wochen enttäuscht verlässt. Er versucht es erneut für weitere sieben Monate an der Kunstschule in Weimar. Auch hier hat er den Eindruck, der akademische Unterricht bringe ihn nicht weiter. Auf der Suche nach Eigenständigkeit - stilistisch wie auch thematisch - zieht sich Pankok zurück und lebt für ein Jahr (1913) in dem kleinen Dorf Dötlingen im Landkreis Oldenburg. Die Arbeiten aus dieser Zeit zählen zu den besten seiner frühen Schaffensperiode. Die Öffentlichkeit wird zum ersten Mal auf Pankok aufmerksam. Im Herbst 1913 findet seine erste Einzelausstellung mit Arbeiten aus Dötlingen in Oldenburg statt.

Im Herbst 1914 wird Pankok zum Kriegsdienst einberufen, 1915 an der Westfront verschüttet. Es folgen Lazarett- und Sanatorienaufenthalte. Nach seiner Genesung versucht er 1918 in Vechta an seine Dötlinger Menschendarstellungen anzuknüpfen. Diese Arbeiten zeigt Pankok in seiner ersten größeren Ausstellung vom 15.10. bis ca. 29.10.1918 im "Graphischen Kabinett von Bergh u. Co.", des Dr. Hans Koch in Düsseldorf.