Otto Pankoks Lebenswerk umfasst über 6000 Kohlezeichnungen, fast 800 Holzschnitte, über 800 Radierungen, ungefähr 500 Lithographien, Steinschnitte und Monotypien, zahlreiche Zeichnungen für die Düsseldorfer Zeitung "Der Mittag" und über 200 Plastiken.

Er ist ein führender Künstler des expressiven Realismus in Deutschland. In stilistischer Hinsicht entfaltet sich seine Arbeit zunächst im Einklang mit der Malerei des 19. Jahrhunderts (Jean-François Millet) und steht dann dem Postimpressionismus eines Van Gogh sehr nah. Nach dem ersten Weltkrieg ist eine kurze Weile der Einfluss des Expressionismus für Pankoks Kunst prägend. In den Zwanzigern findet er nach und nach seine eigene plastische Sprache: Inhalte sind ihm wichtiger als stilistische Experimente, die Botschaft ist der Form übergeordnet. Seine Arbeiten reflektieren zwar einige der wichtigsten ästhetischen Entwicklungen seiner Zeit, lassen sich aber keiner bestimmten Richtung zuordnen. Pankok ist als Maler ein Einzelgänger, der seine eigene Welt erschafft, in der sich die reale stets wiederspiegelt.

"Nicht die Formen seiner künstlerischen Anschauung waren unerschütterlich, wohl aber ihr Gehalt. Und dieser war ganz und gar menschlich bestimmt, aus tief empfundener Liebe zu einer Natur, die zur humanen Selbstverwirklichung dienen kann und sollte" schreibt Bernd Küster 1994.

Mensch, Tier und Landschaft - ursprünglich und unverfälscht - bilden abwechselnd die Motive in Pankoks Arbeiten und stellen seine andauernd neu zelebrierte Auseinandersetzung mit der Schöpfung dar. Pankok stellt den Menschen und seine Würde in das Zentrum seiner Kunst. Sein Mitgefühl gilt den Verachteten, den Unterdrückten und den Verfolgten. Sein Schaffen reagiert sensibel und prompt auf die historischen und politischen Ereignisse seiner Zeit, sein Werk ist engagiert, humanistisch und zuweilen militant.