Otto Pankok

Gedanken

Gedanken

Über Otto Pankok – Von Otto Pankok​

Menschen, die die Pankoks gut gekannt und sich Gedanken über sie gemacht haben, mögen hier zu Wort kommen. So werden sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und geschätzt. Bisher ist der schriftliche Nachlass von Otto Pankok weitgehend unbekannt. Einblicke darin sind eine tiefgehende Ergänzung zu seinem künstlerischen Werk und lassen erkennen, dass er auch mit Worten Bilder zeichnet, so wie er mit Bildern Geschichten erzählt.

Von Hulda Pankok über Otto Pankok

Die Natur

Draußen bläst der Sturm durch die Bäume um Haus Esselt, dem letzten Wohnsitz von Otto Pankok. Wie oft hat er dieses Erlebnis in seinen Bildern eingefangen, Bilder, auf denen die Zweige sich ächzend biegen und der Wind die Wolken zerfetzt!

Wie oft stand er im Regen und Sturm und hörte nicht auf zu zeichnen, wenn auch die Nässe seine Kleider durchdrang! Lachend kam er dann nach Hause, und ich musste raten, welches ein Strich von ihm und welches ein Strich vom lieben Gott war. Wie schön hatte er dann noch die kleinen Wassertröpfchen, die herunterliefen, für seine künstlerischen Absichten genutzt! Und wie freute er sich, wenn ich die himmlischen und irdischen Mittel vertauschte….

Seine künstlerische Arbeit umfasste die Schönheit des Himmels und der Erde, der Bäume und Gräser, der Hügel und des Wassers

Das Tier

„Am Anfang der abendländischen Kultur steht der heilige Franz und man sagt von ihm; er sprach mit den Tieren. Auch das hat Otto Pankok getan, wenn er die Pferde, Kühe und Schweine, die Hühner und Truthähne und alle anderen Tiere im Bild liebevoll festhielt. Er ergründete ihr Wesen und ihre Lebensgewohnheiten.“

Der Mensch

Wie liebte er …. des Schöpfers letztes Werk, sein Meisterwerk, die Menschen! …. Und wie schwer hat er darum an der Entwürdigung des Menschen getragen in der Zeit, als er im Emsland und in der Eifel vorübergehend eine Heimat fand …

Er selbst schreibt einmal dazu ….: “Schwimmen wir Künstler nicht alle in dem Strom, der der Wille Gottes ist? Hassen wir nicht alles, was sich ihm entgegensetzt: Das Unrecht, die Vergewaltigung, die Verletzung des Menschenherzens, die Misshandlung der Unschuldigen und der Tiere, die Verwüstung der Natur, die Knechtung der Mitmenschen und der Völker, das Lieblose und den Egoismus? Das alles liegt außerhalb Gottes und der Kunst.“

Von Otto Pankok (undatiert)

Das weite Land

Weit und frei liegt die Ebene, sie breitet sich hin nach allen Seiten und in die Tiefe ohne Grenzen …

Aus dieser Fläche steigt das Wachsende und das Wuchernde: die Gräser, die Bäume, das Gesträuch. Die Tiere und die Menschen bewegen sich frei nach allen Seiten. Die Augen der Menschen sind immer in der Höhe des Horizonts. Immer geht der Blick zum Horizont, und wenn er zurückkehrt, durchmisst er die Flächen und hängt an den Intervallen der langen waagerechten Linien von der Ferne bis zur nächsten Nähe

Die Dinge der Nähe, wie sind sie eingebettet in die Unendlichkeit: die Tierleben und die Menschenleben. Der Baum streckt seine Äste nach allen Seiten, er ist frei!

Er wird satt von der Sonne, er ist eingebettet in Licht, die Sonnenbahn ist weit, von Horizont zu Horizont. Die Teiche dehnen sich wie im Schlaf. Der Fluss fließt ohne Eile, nimmt keinen kurzen, hastigen Weg, er wendet sich hierhin und dorthin, langsam in Kurven, still murmelnd, und seine Wasser lässt er in das Land eindringen, befruchtet die Erde und macht sie lebendig.

Aus der Feuchte der Ebene schwelen die Dünste. Und langsam steigen sie und türmen sich auf zum Wolkengebirge. Ein weißer Turm, der sich uns unmerklich nähert. Es grummelt und grollt. Dann zuckt der Blitz.

Über uns birst der Turm unter Krachen, und die Wassermassen rauschen hernieder. In den Lachen und in den Teichen hüpfen kringelnd die Tropfen dichter und dichter, dass die Ufer schäumen und kochen. Der Wind, erst nur ein Säuseln, fegt jetzt hemmungslos und biegt die Büsche. Die Gräser, die Bäume, sie nicken und neigen sich, preisgegeben der Gewalt. Ist dann der Höhepunkt der Entfesselung erreicht, erstarren alle Wesen in Angst. Nahebei kracht die Flamme aus dem Schwarz herab…

Die dunklen Graus des Himmels werden wieder heller, und die schwarzen Pfützen lichten sich. Wir atmen tief… Dann die grauen Tage. Ein eintöniger verwischter Himmel, ein grauer unendlicher Raum, ein lichtloses All lastet auf der Welt. Alles Aufsteigende, die Bäume, die Sträucher sind mit Watte umhüllt, die Töne klingen gedämpft, die Worte der Menschen, die Hufe der Kühe…


Der Wandel des Herbstes, wenn der Wind erbost Blatt für Blatt von den schaukelnden Zweigen reißt. Wenn die Tiere ruhelos werden und die Wälder brausen, und dann der erste stechende Schnee sich in die Regenböen mischt. Und der Frost dann der böse und gierige Mörder, der den Pflanzen den Rest gibt und alles Leben zu Tode erstarren lässt, und das weiße Licht gleitet weit in die Ewigkeit des Raumes.

 

Und wieder das Werdende und wilde des jungen Jahres, wenn die Tage wachsen an Umfang und Glanz. Wenn noch die Bäume und Sträucher schwarz dastehen, unerweckt, und wenn doch der Saft in ihnen langsam sich regt und steigt, bis aus dem knisternden Starren das erste Knospen beginnt.

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